Schmidti informiert: Nationalsozialismus und Rechtsextremismus Heute

Vergangenheit und Gegenwart – kontinuierliche Elemente des Nationalsozialismus in der heutigen Rechten

Liebe Leser*innen!

Letztes Wochenende habe ich in Berlin an einer Führung durch die vier Denkmäler für die Opfer des Nationalsozialismus teilgenommen.

Begonnen haben wir mit unserem Bildungsspaziergang am Gedenk- und Informationsort für die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde. Dieses Denkmal befindet sich in der Berliner Tiergartenstraße 4, weil an diesem Ort ab 1940 eine Organisation mit dem Decknamen „T4“ den Massenmord an als „krank“ geltenden Menschen veranlasste und durchführte. Bisher weiß man, dass in Europa 300.000 Menschen durch das sogenannte „Euthanasie“-Programm ermordet wurden – aber die Forschungsergebnisse sind noch nicht vollständig. Ermordet wurden zum Beispiel Psychiatriepatient*innen oder behinderte Menschen.

 

Die zweite Station der Führung war das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen. Dort lernten wir, dass unter dem Paragraph 175 im Nationalsozialismus sogenanntes homosexuelles Verhalten strafrechtlich verfolgt wurde. 50.000 Verurteilungen entstanden durch diesen Paragraphen. Viele Homosexuelle wurden von den Nazis ins Gefängnis gesperrt, gefoltert oder getötet. Besonders geschockt hat unsere Gruppe, dass der Paragraph 175 und damit die strafrechtliche Verfolgung von Homosexuellen erst 1969 abgeschafft wurde!

 

Anschließend liefen wir zum Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma. Sie stellten in Deutschland und Europa eine Minderheit dar und wurden von den Nazis als „artfremde Rasse“ bezeichnet und deshalb verfolgt. Man schätzt, dass bis zu 500.000 Menschen, die von den Nazis als „Zigeuner“ bezeichnet wurden, getötet wurden.

 

Als vierte Station besuchten wir das Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Im Nationalsozialismus wurden bis zu 6 Millionen jüdische Menschen getötet. Der hebräische Begriff für die Ermordung jüdischer Menschen in der NS-Zeit ist „Shoa“. Die Nazis propagierten Antisemitismus und hatten das Ziel, systematisch alle jüdischen Menschen zu töten.

(Alle Informationen zu den vier Denkmälern habe ich von https://www.stiftung-denkmal.de/startseite.html)

Ihr fragt euch vielleicht, warum ich Euch so ausführlich von der Führung durch die vier Denkmäler erzähle!

Zum einen finde ich es wichtig, dass wir uns immer wieder an die nationalsozialistische Geschichte Deutschlands erinnern, denn sowas darf nie wieder passieren. Und es gibt noch einen anderen Grund, warum ich hier auf meinem Blog über dieses Thema schreibe: es gibt nämlich viele Verbindungen zwischen dem heutigen Rechtsextremismus und dem Nationalsozialismus in Deutschland. Auch hierzu haben wir bei dem Bildungsspaziergang viel gelernt.  Im Nationalsozialismus wurden Menschen in Gruppen unterteilt: In gute und schlechte Menschen, in gesunde und kranke Menschen, in arische und nicht-arische Menschen und so weiter. Alle Menschen, die nicht dem Idealbild der Nazis entsprachen, wurden diskriminiert, verfolgt und getötet. Mit ähnlichen Argumenten werden auch heute noch viele Menschen von rechtsextremen Parteien und Organisationen  ausgegrenzt, diskriminiert, bedroht, verletzt oder sogar getötet. Laut Zahlen der Opferberatung ReachOut gab es im Jahr 2016 alleine in Berlin mindestens 553 rechtsextreme, rassistische und antisemitische Gewalttaten gegenüber Menschen. (https://www.reachoutberlin.de/de/content/neuer-h%C3%B6chststand-%E2%80%93-mehr-rassistische-gewalttaten-berlin)

Wie ihr seht, ist ein Exkurs in die Geschichte manchmal wichtig, um mit noch mehr Aufmerksamkeit die Probleme der Gegenwart zu erkennen.

Liebe Grüße,

Euer Schmidti

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